erfahrungsbericht
hybridboot mieten sneek

2-4 Personen Schlafplätze |
4 Personen Schlafplätze |
5 Personen Schlafplätze |
4-6 Personen Schlafplätze |
6 Personen Schlafplätze |
6-10 Personen Schlafplätze |
| PV 900 OK | DV 900 AK | DV 980 AK | MT 1000 | SK 1200 OK | MT 1100 |
| SK 900 OK | SK 950 AK | SK 1050 AK | MV 1100 AK | SK 1200 AK* | SK 1200 AK |
| SK 950 OK * | SK 1050 AK* | HS 1100 AK | SK 1200 AK*hyb | DK 1300 AK | |
| SK 1050 AK*XL |
erfahrungsbericht diesel-elektrischer (hybrid) antrieb in 12m stahlyacht holland
Hi,
ich bin grade von einer Woche Bootsurlaub aus den Niederlanden zurück. Wir hatten bei Yachtcharter Sneek ein 12m Boot für 4 Erwachsene und 2 Kinder gechartert: eines der ersten Elektro/Hybrid-Boote! Das war eine interessante Erfahrung, die ich hier gerne teilen möchte, denn hier wurde ja schon öfter über Elektroantriebe für Boote diskutiert.
Das Boot hat zwei Elektromotoren für je eine Schraube. Insgesamt leisten beide Motoren ca. 14KW.
Es gibt drei Batteriebänke, je eine pro Motor und eine für die allgemeinen Verbraucher ("Hotelfunktionen" hat der Vercharterer das genannt).
Geladen werden die Batterien entweder durch Landstrom oder durch einen 20PS Onan-Diesel-Generator.
Laden per Landstrom geht beim Heimathafen via 360 Volt Drehstrohm, sonst über ein oder zwei 220 Volt Standardkabel.
Die Ladelogik ist recht schlau:
- der Generator springt automatisch an, wenn der Ladestand einer Bank zu niedrig ist.
- der Generator hört auch automatisch wieder auf, wenn ein entsprechender Schwellwert erreicht ist.
- Wenn die Motoren für mehr als 10 Minuten zuviel Strom ziehen (d.h. Fahrtgeschwindigkeit > 8km/h) springt der Generator auch automatisch an, geht aber auch automatisch wieder aus wenn die Geschwindigkeit wieder für längere Zeit reduziert wird
- Man kann den Generator auch manuell an- und ausschalten um zu verhindern, dass er nachts automatisch anspringt
Die Ausstattung ist super: dadurch, dass "beliebig" viel Strom vorhanden ist, ist die Küche auch entsprechend ausgestattet: Induktionsherd, Mikrowelle und sogar einen Geschirrspüler (!!!).
Heißwasser wird mittels Boiler produziert, der durch die Abwärme des Generators oder durch Strom geheizt wird.
Also: für den Komfort ist so eine Elektroanlage schonmal super
Das fahren ist wirklich ein Erlebnis! Über weite Geschwindigkeitsbereiche fährt man wirklich lautlos. Man dreht den Zündschlüssel und hört: nichts. Gar nichts. Null.
Dann bewegt man den "Gashebel" und hört immer noch praktisch nichts, nur ein ganz, ganz leises Summen der Motoren und Wellen, und sonst nur Wassergeräusche. Das hat mir extrem gut gefallen.
Mit reduzierter Geschwindigkeit (7 km/h) und vollen Batterien kann man stundenlang rein mit Strom fahren (laut Vercharterter bis zu 8 Stunden).
Sonst springt irgendwann der Generator an, der gut gekapselt ist und daher auch wirklich leise ist (zumindest im Vergleich zu anderen Schiffsdieseln).
Beeindruckend ist auch die Leistungsentfaltung der Motoren: man legt den Hebel um und SOFORT ist die Leistung da. Man zieht den Hebel schnell nach hinten und SOFORT drehen die Props rückwdrts.
Ein weiterer Vorteil ist der Spritverbrauch: der Generator hat wie gesagt nur 20 PS und läuft immer im optimalen Drehzahlbereich und verbraucht daher sehr wenig. Wir haben in 7 Tagen mit ca. 6 Stunden Fahrt pro Tag nur 75 Liter verbrannt. Und wir haben wirklich nicht mit Strom gespart (Herd, Wasserkocher, Geschirrspüler, Kühlschrank auf volle Leistung...).
Es gab kleinere Problemchen, die vor allem mit den hohen Außen- und Wassertemperaturen zu tun hatten; nach einigen Stunden mit hoher Leistung gabs eine Warnung, dass die Motoren zu hohe Temperaturen hatten. Eine Kühlmittelmpumpe lief stundenlang nach dem Anlegen nach und hat genervt, das wurde aber von einem Techniker in 10 Minuten behoben.
Sonst: super Boot. Für den CHARTERBETRIEB hat mich das Konzept voll überzeugt.
Für ein eigenes Boot, das nicht ständig läuft, sehe ich folgende Diskussionspunkte:
1.) Die Batterien entladen sich, wenn man nicht an Bord ist, und sind möglicherweise nicht voll aufgeladen wenn man los will. Mögliche Abhilfe: Solarzellen oder ständige Landstromverbindung.
2.) Im Charterboot im Binnebereich der Niederlande ist die Leistung der Motoren (und damit des Generators) absolut ausreichend. Für die Ostsee oder den Rhein müsste man sicher ein paar Schippen drauflegen, damit ändert sich der Lärm und Dieselverbrauch des Generators und die Batteriebänke müssten sicher noch höher dimensioniert werden.
3.) Die ganze Technik ist recht aufwändig und teuer.
4.) Die Batterien werden nach ein paar Jahren hinüber sein und ausgewechselt werden müssen, bei entsprechenden Kosten.
Quintessence meinerseits: tolles Konzept mit vielen Vorteilen und m.E. nach Zukunftspotential (alleine schon wegen des extremen Komforts an Bord durch den "unbegrenzten" Strom). Aber für die Privatnutzung ist die Zeit m.E. nach noch nicht reif.
Auf unserer Internetseite veröffentlicht mit Genehmigung des Autors, vielen Dank an Julian.
Fundstelle: Boote-Forum, hier der Original Text im original Zusammenhang
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